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Das Wunder nahm die Deutsche Bahn

Es waren zehn intensive Tage. Sammeln, Sammeln, Sammeln, Sammeln und Sammeln. Wir wussten dass es knapp war, aber die Idee war zu gut, es nicht zu probieren. Wir haben alles versucht, was wir konnten. Bis auf das Bestechen eines Generals, der 4.000 Soldaten das Unteschreiben hätte befehlen können. Am Ende haben die 10 Tage, die wir zum Sammeln der 4.000 Unterschriften brauchten, nicht gereicht. Schade Schade Konfitüre.

Sendezeit wir die großen Parteien
Wir hätten mit der Zulassung zur Wahl beim Wahlkampf die selbe Sendezeit in ARD und ZDF gehabt wie die großen Parteien. Aber nicht zehn, sondern nur ein Thema gehabt: Wohnraum, Wohnraum, Wohnraum. Und Wohnraum. Aber auch Wohnraum. Nicht zu vergessen, Wohnraum. Und da wir schon beim Thema sind, Wohnraum. Was sonst?

Ist Wohnraum nur Ware?
Was sonst ist eins der wichtigsten und potentiell gefährlichsten Themen für den Zusammenhalt unserer Gesellschaften? Soll vernünftiger Wohnraum Luxus werden? Sollen Bewohner von Städten nach Einkommen sortiert werden? Hier die Reichen, da hinten die Armen? Ist Wohnraum dazu verdammt, eine Finanzanlage zu werden? Und hängt das Recht, Grund und Boden zu nutzen, nur von der Finanzkraft ab?  Gibt es bald Eintritttickets in die Stadt, wie zu einem Konzert?

Viele neins, wenige Jas: die Jas siegen
Wir sagen nein. Und Ihr sagt nein. Und die sagen nein. Auch jene sagen nein. Und die die ja sagen, sind die Minderheit, setzen sich aber trotzdem durch. Sie werden bald die Einsicht haben, dass sie zu kurz denken. Dass sie auch keine Zustände wie Latein-Amerika wollen, mit teuren Vierteln mit Stacheldraht und billigen ohne Müllabfuhr. Das ist jetzt etwas drastisch,aber langfristig läuft es darauf hinaus.

Ein massives Wohnraum-Programm muss her
Das lässt sich aber ändern. Deutschland hat die Mittel, ein massives Wohnraumprogramm in die Wege zu leiten. Die Immobilienwirtschaft hat die vergangen 10 Jahre sehr, sehr gut verdient. Gönnen wir es ihnen und öffnen wir ein neues Kapitel. Eins, in Klein- und Normalverdiener nicht mehr als 30% des Einkommens für Wohnraum ausgeben. Eins, in denen Gesetze Mieter und nicht rücksichtslose Vermieter schützt.

Es sind ja nicht alle Vermieter rücksichtslos, aber eine Minderheit reicht, um eine ganze Gruppe in Verruf zu bringen. Wir würden uns freuen, wenn die fairen Vermieter sich als solche deklarieren würden, damit man die Spreu vom Weisen trennt.

Ein General gegen 360 Käsesorten
Um den Général de Gaulle zu paraphrasieren, die Wohnraum-Verteidigungs-Liga hat eine Schlacht verloren, aber nicht die Auseinandersetzung. Und um nochmal den General zu bemühen, wie soll man ein Land regieren, dass mehr als 360 Arten Käse hat. Er meinte damit Frankreich. Wir meinen alle zerstreuten Mietergemeinschaften und -organisationen, die wenn sie sich einigen würden so ein Gewicht hätten, dass sie einen Kurswechsel einläuten könnten.

Wenn Mieter sich zusammschließen würden…
Diese Einigung der Mieter zu unterstützen war das Ziel unserer Teilnahme an der EU-Wahl. Es wäre im Falle eines Wahlsiegs ein fantastisches Mittel gewesen, die Wohnfrage politisch und auf Bundes- und EU-Ebene zu hieven. Es wäre ein tolle Plattform gewesen, um das Problem ganz oben auf die Agenda der anderen Parteien zu heben. Es gibt unglaublich viele Mietergemeinschaften und -organisationen, die viel länger als wir da sind, und die seit Jahren tolle Arbeit machen. Wir hoffen, dass sie sich bald einigen werden können, um die Kraft zu entwickeln, die derzeit noch in ihnen schlummert.

Nicht Partei werden, pfui, pfui… (pfui!)
Wir wollten nicht und wollen nicht eine Partei werden. Wir wollen nur ein Korrektiv sein, damit die Regierenden jeder Richtung, jeder Ebene, jedes Formats, jeder Partei endlich aus ihrem Wachkoma kommen. Kann man wirklich einfach nur Zusehen? Ist Politik nicht zum Gestalten da? Ja warum Gestalten sie dann nicht? Zu ahnungslos? Zu schwach? Zu fantasielos? Zu inkompetent? Zu gut situiert, um die Probleme der Studenten, Rentner, Familien, klein- und mittel-Verdiener zu verstehen? Zu sehr auf Auto-Pilot? Zu wenig Gehirn, zu viel Reflexe?

Parteien können viel, besonders die wichtigsten Fragen verschlafen
Zu zermürbt von langen Ausschussitzungen, zu gesteuert von Parteigremien, zu blockiert von Immobilien-Lobbies, zu fern von der Bevölkerung? Da die meisten Parteien das Thema immer noch unter ferner Liefen behandeln brauchen sie einen großen Wecker. So ein archaischer, der noch bimmelt und Tick-Tick-Tick macht. Oder einen Weckruf der Bevölkerung, die lautstark ihre Not in die Ohren der Verantwortlichen posaunt.

EU wird diesmal nix, wir machen aber weiter
Dabei zu helfen ist das Ziel der W-V-L. Da die EU-Wahl 2019 nichts wird, werden wir uns andere Wege überlegen. Natürlich immer friedlich, immer lösungsorientiert, immer intelligent. Und immer voller Scherz, Satire und tieferer Bedeutung.

(Keine Sorge: Unseren Humor importieren wir aus naturbelassenen Quellen, in fernen Ländern, aus denen Lustigkeit reinsten Wassers nur so sprudelt.)

Bis bald,

Eure W-V-L

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